Die Legende des Stiefel-Riemen

Was war das an dem Donnerstag für ein Sauwetter, als der TSV Gremersdorf gegen den SV Neukirchen spielte. Kein Geschenk; weder für die Spieler noch für die wahnsinnigen Zuschauer, die den Weg in das Gremersdorfer Freibad nicht scheuten.

Mit einem 2:0-Sieg hielten die Serien beider Mannschaften stand: Der TSV wartet seit dem 29.08.2010 auf den zweiten Saisonsieg und der SV Neukirchen feierte seinen 4. Sieg in Folge.

Doch nach dem Spiel geschah es. Ein Verbrechen, welches in Gremersdorf noch lange nach dem Spiel für Aufruhr und Empörung sorgte. Der heilige Gral des TSV wurde entwendet! Potz Blitz!

Wie sich wenige Tage später herausstellte, wurde dieser bei einem Neukirchener Spieler gefunden. Doch wie kam des dazu? Und da komme ich auf den Plan. In meiner Eigenschaft als Hobby-Detektiv habe ich den Fall gelöst und möchte Sie an der Rekonstruktion des Tatherganges teilhaben lassen.

19:31 Uhr - Anpfiff des Nachholspiels. Es regnete Schei... vom Himmel. Ein stetiger Wind peitschte den Regen wie Hagelkörner auf die Haut. Ecki, Matzes Stiefvater, stand jedoch am schützenden Knick, schwatzte während des Spiels mit Ralle Schmechel über Matzes Abschlussschwäche (so ein Blinder).

20:17 Uhr - Halbzeit. Apfelschorle statt Punsch als Pausengetränk. Die Spieler sehnten bereits jetzt den Abpfiff der 2. Halbzeit herbei und planten den Neubau der Arche Noah.

20:32 Uhr - Anpfiff zur 2. Halbzeit. Es regnete immer noch und sollte an diesem Tag auch nicht aufhören. Im dunklen Flutlicht konnte erahnt werden, dass Loffi und Chris den SVN zum Sieg schossen.

21:19 Uhr - Abpfiff. Der Schiedsrichter blies, wie Kate Winslet in Titanicmanier, in seine Pfeife, ehe er in dem Freibad absoff. Einige Spieler absolvierten noch schnell ihr "Seepferdchen". Dann ging es zum Aufwärmen in die Kabine.

21:25 Uhr - Ecki schneite (fast wörtlich) in die Kabine. Er ließ sich nicht lumpen und gab der Mannschaft ein Feuerwasser aus - einen gläsernen 2-Liter-Stiefel gefüllt mit Bacardi-Cola und geschätzten 100 Eiswürfeln - als ob den Spielern nicht kalt genug war. Das Team bedankte sich beim Spender mit lautstarkem gegröle. Zickezacke zickezacke hoi hoi hoi...

21:26 Uhr - der Humpen war geleert. Nein, es war doch schon 21:38 Uhr. Die Spieler waren schwer angetrunken. Der Stiefel machte die Runde und jeder wollte ihn anprobieren. Die besoffenen Kicker steckten ihre stinkenden Füße in den Stiefel und hofften, das der ihrige Huf hineinpassen würde. Doch er sollte keinem passen! Warum auch, von den Jungs ist keiner Aschenputtel - soviel weiß ich. Der Vorschlag, in den Stiefel zu pinkeln, damit er bei einem Spieler passen würde, wurde verworfen.

21:48 Uhr - der Stiefel war weg. Ein Spieler, der hier aus berechtigten Gründen ungenannt bleiben möchte, hat den Stiefel in seiner Tasche verschwinden lassen. Er konnte und wollte sich nicht mit dem Gedanken abfinden, dass er nicht der Auserwählte war.

Zwischenzeitlich machte sich der Wirt des Gremersdorfer Sportlerheimes auf die Suche nach seinem fehlenden Stiefel und setzte alle Hebel in Bewegung, diesen wieder in seinen Besitz zu bekommen. Sogar Ecki wurde angerufen und nach dem Verbleib des gläsernen Stiefels gefragt - vergebens. Was blieb war ein bis dato trauriger Wirt.

Einige Tage später wachte besagter Spieler aus dem Alkoholdelirium auf - mit dem Stiefel. Doch hatte er sich diesen nicht über den Fuß gezogen, wenn Sie verstehen, was ich meine. Wenn nicht: der Titel ist mit bedacht ausgewählt worden.

Wie auch immer. Die Gremersdorfer haben ihren Stiefel zwischenzeitlich zurück erhalten und lassen sich jetzt nicht nur vom Gegner Tore sondern von ihrem Wirt auch wieder ordentlich Stiefel-Riemen-Mische einschenken. Seit dem bin ich trocken!

Sie glauben meinen Ausführungen nicht?! Naja, es kann schon sein, dass es sich (wahrscheinlich) etwas anders zugetragen hat. Aber alleine der Gedanke, dass es so geschehen sein könnte...

In diesem Sinne - Prost - der Maulwurf -
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Abpfiff vor dem Anpfiff

Sie kennen das übliche Prozedere vor jedem Spiel ja auch mittlerweile. Was früher nur den Fußballern vorbehalten war, hat zwischenzeitlich auch in der Kreisliga Einzug gehalten (ich hoffe, die Leser haben verstanden, was ich damit sagen will). So stellen sich die Kontrahenten vor jedem Spiel in Reih und Glied auf, um dann hinter dem Schiedsrichtergespann den heiligen Rasen zu betreten. Allerdings nicht, um uns in den nachfolgenden 90 Minuten, wie von uns allen erhofft, mit fußballerischen Leckerbissen zu verwöhnen, sondern den Platz an den dahinterliegenden Acker anzupassen. Allerdings muss ich an dieser Stelle einräumen, dass das, was Nielsen & Co. am vergangenen Wochenenden in Ahrensbök zeigten, schon recht anschaulich war. Aber ich schweife von meinem ursprünglichen Ansatz ab.

Wie eingangs erwähnt, stehen die Spieler beider Mannschaften nebeneinander, bzw. innerhalb der jeweiligen Mannschaft hintereinander und bilden so eine Art Gasse für das Schiedsrichter-gespann - so geschehen zumindest in Ahrensbök. Der für dieses Spiel angesetzte Schiedsrichter (der Name bleibt hier aus datenschutzrechtlichen Gründen unerwähnt) schritt sodann an jedem einzelnen Spieler vorbei und grub in seinem fotographischen Gedächtnis die Gesichter derer Spieler hervor, welche er schon einmal auf einem Fußballplatz als Schiri begleitet hatte. Nachdem seine Blicke nur flüchtig über die Gesichter der Ahrensböker Spieler streiften und er noch kurz seinen Schiedsrichterkollegen Kevin Grapengeter begrüßte, blieben seine Blicke kurz auf unserem Spieler Tobi Schreiber haften. Er ging weiter, kehrte jedoch nach einem kurzen Augenblick wieder um und schaute sich Tobi genauer an. Fragend blickten sich seine Mannschaftskollegen an und dachten: "werden hier nach dem Spiel noch Telefonnummern ausgetauscht?"

Doch es sollte alles ganz anders kommen. Wie in einem guten Buch nahm die Geschichte hier eine unerwartete Wendung, mit der keiner der Beteiligten auch nur im Ansatz gerechnet hat.



Die Spannung war zum Greifen und nach kurzem Überlegen sagte der Referee: "Du hast doch mal in Großenbrode gespielt?!". Nachdem Tobi diese Frage lächelnd bejahte, holte der Schiri zu einer bis dahin noch nicht erlebten Aussage aus und fuhr mit leicht verärgerter Stimme fort: "Du hast mal in einem Spiel nachgetreten. Ich hätte dir dafür die rote Karte zeigen sollen, was ich damals versäumte. Ich ärgere mich noch heute über meine Inkonsequenz!".

Was für ein Paukenschlag vor dem Anpfiff. Von wegen Verabredung mit dem Schiri für unseren Youngster. Mit dieser eiskalten Klarstellung schien das Spiel für unseren Neuzugang bereits vor dem Anpfiff abgepfiffen zu sein, hatten doch alle Spieler die böse Vorahnung, dass Tobi sich der aufmerksamen Blicke des Schiedsrichters während des gesamten Spiels sicher sein konnte. Die Sorge war naheliegend, dass der "schwarze Mann" nur darauf wartete, Tobi des Feldes zu verweisen und damit diese offenen Rechnung aus längst vergangenen Tagen zu begleichen.

Doch die Befürchtungen waren unberechtigt, leitete der Schiri die Begegnung widererwartend objektiv.
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Hör mal wer da hämmert

Am Samstag vor dem ersten Punktspiel habe ich beobachtet, wie sich eine Horde Fußballer gegen 10:00 Uhr auf dem Sportplatz versammelt hat. Im strömenden Regen wohlgemerkt! Was für Vollidioten! Bewaffnet mit Kettensägen, Heckenscheren und Pinseln machten Sie sich dann doch tatsächlich an die Arbeit. Für einige der Teilnehmer das erste Mal.... dass sie arbeiten, meine ich.

Aber nicht alle schafften es, pünktlich auf der Matte zu stehen. So verspätete sich Matze Ruske mehr als eine halbe Stunde. Seine Entschuldigung: Er dacht, dass bei dem Sauwetter eh nicht gearbeitet wird und ist eigentlich nur zum Frühschoppen und anschließenden Mittagessen vorbeigekommen. Aber es dauerte nicht lange, da hatte der Forstwirt sein Lieblingswerkzeug von "Stihl" in der Hand und legte den Knick flach wie die weiblichen Schnapsleichen im Oldenburger "Tat-Ort". Auch vor dem Sportlerheim wurden keine halben Sachen gemacht. Auf Tommys Ansage, nur die Spitzen des Gebüsches zu schneiden, wurde wie im Blutrausch kurzerhand das gesamte Buschwerk fein säuberlich 2 cm oberhalb der Erdoberfläche abgetrennt. Brandrohdung sieht im Ergebnis ähnlich aus - frage Sie doch die Russen.

Und dann gab es auch noch die Experten mit dem Pinsel in der Hand. Lehrkraft Sören Müller-Gerken zeigte gleich, dass er Kunst nicht auf Lehramt studiert hat. Selbst beim "Malen nach Zahlen" wäre er unter den kritischen Blicken des 1. Vorsitzenden durchgefallen. So sorgte Sören dafür, dass auch die Pflastersteine stellenweise einen Schutzanstrich bekamen, weil die Holzwände nicht in der Lage war, die literweise aufgetragene Farbe aufzusaugen - selbst wenn sie aus Tampons wären. Nicht viel besser machte es Jürgen Busche. Er war nicht weniger sparsam und tränkte sich und das Erdreich mit einem halben Eimer Lasur. Die Geschicklichkeit von Tim Taylor (Hör mal wer da hämmert) lässt grüßen.

Murat, der Heimwerker, König kümmerte sich derweil um das Verlegen der Platten unter der Auswechselbank der Gastmannschaft. Er hatte auch den besten Job, konnte er diese Arbeit doch stehend unter der Bank verrichten und wurde somit nicht vom Regen durchnässt.

Dann wurde die Mittagspause eingeläutet und es zeigten sich tatsächlich weitere "Helfer". So kamen die Dietz-Cousins Marco und Filler genau rechtzeitig, um sich an den gedeckten Tisch zu setzen. Wobei Sie halfen, muss hier wohl nicht erwähnt werden.

In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag - Der Maulwurf -
Das Wunder von Neukirchen

Die Presse titulierte überschwänglich "SVN wie im Hollywood-Streifen". Sicherlich, dass Spiel war eine oscarreife Leistung der Hack-Truppe. Es bot alles, was zu einem guten Streifen dazu gehört. Einen großen Knall zu Beginn, einen spannenden Mittelteil und ein sensationelles Finale.

Es hatten noch nicht alle Zuschauer ihr Ticket gelöst und sich Eiskonfekt und Cola besorgt, da kam es bereits zum ersten Höhepunkt des Spektakels. So war das 0:1 durch den TSV-Stürmer Jan Peter in der 6. Minute der Auftakt des Streifens, der auch schnell zu einem drittklassigen Horrorfilm hätte werden können. Doch die Spannung und damit auch die Einschaltquoten rettete Olaf Ender mit einer glänzenden Fußabwehr gegen Viöl und leitete damit eine unerwartete Wende des Films ein. Spätestens da waren alle Zuschauer von dieser Partie, die zu einem Thriller avancieren sollte, gefesselt und schaufelten gedankenlos ihr Popcorn in sich hinein. Zu einem guten Movie gehört natürlich auch trockener Humor. Für diesen sorgte Olli Schwartz mit einer sehenswerten Direktabnahme zum 1:1 Ausgleich (38.).

Nun braucht jeder Film natürlich auch einen Bösewicht. Dies übernahm der Schiedsrichter "Listiger Lurch". Er spielte sich mehrfach mit gruseligen Entscheidungen in den Vordergrund und ließ es den Zuschauern das eine oder andere Mal eiskalt über den Rücken laufen. Der erste Schocker war der Elfmeterpfiff in der 43. Minute (Hannibal Hapke soll Körperkontakt gesucht haben), der den 1:2 Halbzeitstand bedeuteten sollte. Nur eine Minute später stellte er Olli Schwartz mit gelb-rot vom Platz - vermutlich hatte der "Running man" seinen Text vergessen. Diese turbulenten Szenen waren die zwischenzeitlichen Höhepunkte des Blockbusters - der Ligaprimus führte mit 2:1. Ich sag Ihnen, "Psycho" ist ´ne Liebeskomödie gegen diesen Streifen.

Nach einer kurzen Produktinformation (das flenst) ging das Hollywood-Kino dann in seine zweite Runde - Final Destination stand unmittelbar bevor. Ungeduldig rutschten das Publikum auf seinen Plätzen hin und her und war gespannt auf das, was sich Regisseur Andre Hack hier hat einfallen lassen. Und er sollte es nicht enttäuschen.

Der TSV Neustadt, als sichergeglaubter Sieger, räumte nun viel Platz für weitere Höhepunkte ein. Christian Gast, alias Dwayne the Rock Johnson, legte das Spielgerät auf Kevin "Treff Nix" Grapengeter. Der spielte dem TSV-Keeper Florian Reese das Lied vom Tod und degradierte ihn zur Statisten. Der Kinosaal, der auf einmal so groß war wie ein Fußballfeld, bebte vor Begeisterung. Angetrieben von dieser Euphorie wuchsen die Gallier über sich hinaus und leisteten weiterhin erbitterten Widerstand. Akteure wie Marcel Marschall, der schon im Schwarzenegger-Streifen Terminator als "Zerdepperer" mitwirkte oder Andre Nielsen, bekannt aus "Der Knochenjäger", waren Garanten für dieses Kinospektakel, der "Gladiator" in nichts nachstand. Und alle wollten nun den Sieg gegen die Übermacht aus Neustadt erzwingen. Doch der Film neigte sich seinem Ende. Schafft der SV Neukirchen noch das Happy-End?

Zeit für den Helden des Filmes - Chris "Der Hexer" Bork. Wie aus dem "Nebel von Avalon" ritt er auf seinem weißen Hengst in schillernder Rüstung in den Mittelpunkt des Geschehens. So zauberte Blocksberg Bork das Leder in der 89. Minute mit links aus unmöglichem Winkel in den von dort unmöglich zu treffenden langen Torwinkel und sorgte für den erlösenden und vielumjubelten Siegtreffer. Was für eine "Showtime". Konfetti flog von den Tribünen und alle lagen sich freudestrahlend in den Armen. Alle hofften nun auf ein besseres Leben in einer besseren Welt. Die Zukunft hat begonnen - mit Mad Markmann "Jenseits der Donnerkuppel".

Nach diesem Kassenschlager waren die Rufe laut nach einer Fortsetzung. Doch Andre Hack, der einen Platz im "Walk of fame" in Neukirchen so gut wie sicher hat, äußerte sich noch nicht zu weiteren Projekten. Er wollte den Jubel mit seinen Darstellern bei "La Boom - Die Fete" genießen. Und so klangen aus der "dritten Halbzeit" Lobeshymnen bis spät in die Nacht, die mit einer "Feuerzangenbowle" versüßt wurden.

PS: Die goldene Himbeere erhielt der Coach des TSV Neustadt. Prämiert wurde seine Vorstellung "als Himmelhund auf dem Weg zur Hölle".


In diesem Sinne noch einen schönen Kinotag - Der Maulwurf -