Die Grenzen des Schiedsrichters
Da kann der Schiri machen, was er will, seine Augen und sein Hirn sind einfach zu träge für die Abseitsregel. Forscher haben herausgefunden, dass das Gehirn zu klein ist, um ein Abseits zu erkennen.
- Fünf Objekte gleichzeitig erfassen
" Um eine Abseitsposition zu erkennen, muss das menschliche Auge gleichzeitig fünf sich bewegende Objekte erfassen und deren Positionen zueinander bestimmen ", sagt Francisco Belda Maruenda vom Centro de Salud de Alquerias in Murcia. Im Idealfall liegen diese fünf Objekte - je zwei Spieler beider Mannschaften sowie der Ball - im Blickfeld des Referees oder seiner Assistenten. Fokussiert das Auge weder Spieler noch Ball, läuft dieser Vorgang mit einer Verzögerung von 160 Millisekunden ab. Schaut sich der Schiri Spieler un Ball genauer an, dauert das sogar 560 Millisekunden. Im Idealfall wohlgemerkt, der aber nur selten eintritt. Im Normalfall bewegt sich der Kopf des Schiris ständig zwischen einzelnen Situationen hin und her, das kostet zusätzlich Zeit. Zudem muß man bedenken," dass eine Spielfäldhälfte mindestens 3200 Quadratmeter umfasst, auf denen sich Angreifer und Abwehrspieler mit 14 Metern pro Sekunde relativ zueinander bewegen", sagen Mediziner.
Da kann der Schiri machen, was er will, seine Augen und sein Hirn sind einfach zu träge für die Abseitsregel. Belda Maruenda wundert sich deshalb nicht," wenn Zeitlupenwiederholungen und Standbilder zeigen, dass die Regel falsch angewendet wurde".
Eine Lösung: Der Schiedsrichter bekommt Hilfe von seinen Assistenten, die sich im Idealfall auf Ballhöhe befinden und ziemlich genau Abseitspositionen beurteilen können. Sie kommunizieren über ihre Fahnen oder neuerdings auch über Headsets mit dem Schiedsrichter.
Denkbar wäre aber auch ein elektronisches Spielbeobachtungssystem, wie es bei der U-17- Weltmeisterschaft in Peru getestet wurde. Im Ball steckt ein kleiner Funkchip, der unentwegt seine Position an Empfangsstationen funkt. Auch der Schiedsrichter trägt einen Empfänger, der sofort signalisiert, wenn der Ball die Torlinie überquert. Würde auch noch jeder Spieler einen solchen Chip tragen, könnte ein Schiedsrichterteam am Spielfeldrand jederzeit Streitfälle klären. Klingt gut, lässt sich so aber kaum durchsetzen. Das piel würde ständig unterbrochen. Das wiederum würden die Fans nicht mitmachen. Aus diesem Grund wird wohl die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters weiterhin gelten, auch wenn der Fernsehzuschauer vieles besser weiß.
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Fußball als Freizeitvergnügen
- Fußballjargon
In die deutsche Sprache hat auf dem Fußballplatz und in der Berichterstattung ein spezieller Fußballjargon Einzug gehalten. Der Jargon wird vor allem von Fußballspielern, Fußballtrainern, Fußballfans bzw. -interessierten und in Fernsehen und Rundfunk wiedergegeben. Der Fußballjargon ist als Umgangssprache eine Sondersprache, die der (häufig vereinfachten) Kommunikation unter den Fußballbeteiligten dient. Auch dadurch findet eine Abgrenzung nach außen sowie eine Identitätsbildung untereinander statt. Begriffe wie beispielsweise "die Sense ausfahren", "bolzen", "über den Ball säbeln", "einen Spieler umlegen", "Fußballhochburg" oder "einen Pass blind spielen" sind typische Begriffe des Fußballwortschatzes. Hinzu werden von den Beteiligten immer wieder bekannte
Fußballsprüche wie "Der Ball ist rund", "Das nächste Spiel ist immer das schwerste", "Ein Spiel hat neunzig Minuten", "Angriff ist die beste Verteidigung" und "Fußball ist die schönste Nebensache der Welt" verwendet. In anderen Ausdrücken spiegeln sich sportliche Trends wieder: die "kontrollierte Offensive" als Spieltaktik in den 1980er Jahren, oder die "Viererkette" als Standardformation in der Abwehr der 2000er Jahre. Wiederum andere Ausdrücke spiegeln historische Fußballereignisse wieder: Als "Sommermärchen" wird rückblickend die Fußball-WM 2006 bezeichnet, "Meister der Herzen" (ein extrem unglücklicher Vizemeister) wurde der FC Schalke 04 im Jahr 2001. "Cordoba" steht in Österreich als Synonym für den historischen Sieg gegen Deutschland bei der Fußball-WM 1978. Ein Teil des klassischen und oft wiederholten Fußballjargons gilt in der Fußballszene selbst als abgedroschen und wird gelegentlich ironisiert wiedergegeben, belächelt oder bestraft: ein Ausdruck dieser Haltung ist das vom Deutschen Sportfernsehen eingeführte sogenannte Phrasenschwein, ein Sparschwein, in das Talkgäste ein Strafgeld zahlen müssen, wenn sie besonders abgedroschene Fußball-Phrasen von sich geben.
Ein Spezialfall ist das Wort "Leo", das sich auf dem Fußballplatz die Spieler einer Mannschaft des Öfteren zurufen. "Leo" (auf den Ball bezogen) bedeutet soviel wie "Lass" oder "Hab ich", welche während des Spiels nicht erlaubt sind und sogar mit indirekten Freistoß und gelber Karte bestraft werden können.